Kryptosteuern im Vereinigten Königreich

Erwägen Sie, den Wohnsitz in das Vereinigte Königreich zu verlegen und fragen sich, wie Einkommen aus Kryptowährungen im Vereinigten Königreich besteuert werden? Hier erfahren Sie alles zum Thema Kryptowährung Besteuerung im Vereinigten Königreich.

Wie bewerten wir die steuerliche Behandlung von Einkünften aus Krypto-Assets im Vereinigten Königreich?

 

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Bewertung: Unterirdisch

Derzeit werden Gewinne aus Handel mit Krypto-Währungen besteuert. Für gewerbliche Händler und Dienstleister gelten 12,5% Körperschaftsteuer. Einige Themen sind aber noch rechtliche Grauzone.

Perspektive Ausland Podcast

Vor kurzem sprachen wir auf unserem beliebten Podcast zum Thema Firmengründung im Vereinigten Königreich.

Alle wichtigen Informationen im Überblick

Im UK müssen Sie Steuern auf Kryptogewinnen zahlen und daher jegliche Gewinne aus dem Verkauf in ihrer Selbsteinschätzung melden. Die Besteuerung von Gewinnen aus Krypto-Währungen ist im Vereinigten Königreiche in der Guideline „Cryptoassets for individuals“ vom 19.12.2018 geregelt. Besitzer von Krypto-Währungen sind verpflichtet, Kapitalertragsteuer zu zahlen, wenn sie ihre Krypto-Anlagen mit Gewinn veräußern. In der jährlichen Einkommensteuererklärung sind demgemäß Einnahmen aus Handel mit digitalen Währungen zusammen mit anderen Kapitalerträgen zu deklarieren.

Gewinne im Rahmen von gewerblichem Handel werden dem Unternehmensgewinn zugerechnet und mit Körperschaftsteuer besteuert.

Betreiber von Mining versteuern Ihre Einnahmen mit den gültigen Sätzen für Einkommensteuer bzw. fallen bei gewerblichen Minern die Gewinne unter Körperschaftsteuer.

Arbeitnehmer, die von Ihrem Arbeitgeber mit Bitcoin oder anderen digitalen Währungen entlohnt werden, müssen auf diese Einnahmen ebenfalls die gültige Einkommensteuer sowie zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Es gibt Leitlinien, wie Verluste beim Verkauf oder Handel sowie auch den Total-Verlust zum Beispiel durch Verlieren der Token deklariert werden kann und bei Zustimmung der HMRC zu einer Steuerminderung (z.B allfällige Bitcoin Verluste steuerlich absetzen) führen kann.

Diese Kryptosteuern gelten im UK

Neben der Frage, ob Kryptosteuern anfallen, ist auch wichtig für eine Einschätzung, mit wie viel Prozent Steuer auf Krypto zu rechnen ist. Im UK zahlen Sie entweder 10 % oder 20 % Steuern auf alle Krypto-Gewinne, je nachdem, in welche Steuerklasse Sie fallen. Wenn Sie im Jahr 2021 weniger als £50.270 verdient haben, zahlen Sie 10 % auf Krypto-Gewinne. Wenn Sie im Jahr 2021 mehr als £50.270 verdient haben, zahlen Sie 20 % auf Krypto-Gewinne.

Die HMRC ist ziemlich großzügig, wenn es um Kapitalgewinne geht, und gewährt jedem britischen Steuerzahler einen Freibetrag in Höhe von £12.300 für das Steuerjahr 2020–21. Ist Ihr Jahreseinkommen jedoch höher als £125,140, können Sie keinen Freibetrag mehr geltend machen.

Unternehmen, welche gewerblich mit Krypto-Währungen Gewinne erzielt haben, zahlen 19% Körperschaftsteuer.

Steuerfrei sind folgende Krypto-Transaktionen:

  • Kauf von Krypto-Währungen mit Fiat-Währungen wie zum Beispiel £.

  • Transfer von einer Krypto-Börse zu einer anderen Krypto-Börse der gleichen Person

  • Spenden für wohltätige Zwecke mit Krypto-Währung

  • Verschenken an den Ehepartner

Melden Sie Krypto-Kapitalgewinne und -verluste auf: SA100 und Capital Gains Summary SA108.

Melden Sie Kryptoeinnahmen in: Feld 17 Ihrer Steuererklärung zur Selbstveranlagung (SA100).

Privater Handel mit Kryptowährungen

Sie erklären alle Ihre Krypto-Gewinne als Einkommen in Ihrer Steuererklärung. Das Steuerjahr im UK beginnt am 6. April und endet am 5. April des folgenden Jahres. Daher müssen Sie akribisch über alle Käufe und Verkäufe in diesem Zeitraum Buch führen und diese für das Finanzjahr, das am 5. April endet, bis spätestens zum darauf folgenden 31. Januar melden.

Der persönliche Freibetrag liegt bei einem Jahreseinkommen von £12,570. Bis zu einem Jahreseinkommen von £50.270 zahlen Sie die Basisrate von 20% Einkommensteuer. Höhere Einkommen werden bis zu £150,000 mit 40% und darüber mit 45% Einkommensteuer besteuert.

Um zu sehen, in welcher Steuerklasse Sie versteuern müssen, rechnen Sie alle Einkommen inklusive der Einkommen aus dem Handel mit digitalen Währungen zusammen und ziehen den Freibetrag ab. Entsprechend dem Einkommensband zahlen Sie für jeden Teil Ihres Einkommens die gültige Steuerrate.

Schottische Steuerzahler haben leicht abweichende Steuern.

Beachten Sie, dass HMRC entscheiden könnte, Sie als Unternehmen zu behandeln, obwohl Sie eine Einzelperson sind, wenn Ihre Handelsaktivität mit einem Unternehmen vergleichbar ist.

Geschäftlicher Handel mit Kryptowährungen

Sowohl der gewerbliche Handel als auch Mining ist erlaubt. Unternehmen müssen Gewinne aus dem Handel mit Krypto-Währungen zu Ihren sonstigen Erträgen hinzurechnen und den in der Steuererklärung ausgewiesenen Gesamt-Gewinn mit 19% Körperschaftsteuer versteuern. Eine Gewerbesteuer gibt es im Vereinigten Königreich nicht.

Krypto-Mining im UK

Wenn Sie Mining nur nebenbei betreiben, wird das HMRC Sie nicht als gewerblichen Miner behandeln, und die geschürften Bitcoins genauso wie andere Währungen werden Ihrem Einkommen zugerechnet, auf welches Sie die normale Einkommensteuer bezahlen.

Betreiben Sie nach der Ansicht des HMRC Mining gewerblich, werden Ihre Mining-Einnahmen Ihrem Unternehmensgewinn zugerechnet und 19% Körperschaftsteuer versteuert.

Auch jegliche mit der Tätigkeit, dem Verkauf oder dem Aufbewahren in Verbindung stehenden Einnahmen werden entweder dem Einkommen oder dem Unternehmensgewinn hinzugerechnet und besteuert.

Meldepflichten und Geldwäschebekämpfung

Das HMRC hat mit allen großen Krypto-Handelsplattformen Vereinbarungen zum Austausch von Kundeninformationen getroffen. Hierzu zählen mindestens die Informationen aus dem KYC (Know Your Customer) Verfahren, welches ja zwingend bei Ihrer Anmeldung bei einer der Handelsplattformen erfolgt.

HMRC verwendet diese Informationen, um Krypto-Investoren/ Tradern dann proaktiv Briefe zu senden, in denen erinnert wird, Gewinne aus Kryptowährungen zu deklarieren und zu versteuern.

Welche Krypto-Börsen tauschen Informationen mit dem HMRC aus?

Die HMRC erklärte bereits 2019, dass sie solche Krypto-Plattformen, die in Großbritannien aktiv sind, schriftlich zum Informationsaustausch aufgefordert hat, wozu unter anderem Coinbase, eToro und CEX zählen. Obwohl nur diese Anbieter namentlich erwähnt wurden, sollte davon ausgegangen werden, dass alle grossen Krypto-Börsen auch kontaktiert wurden, wie Kraken, Binance , KuCoin , Gemini , Crypto.com , CoinJar oder Bittrex.

Es wurde untere anderem ja bekannt, dass im Jahr 2020 Coinbase Informationen über Kunden gemeldet hat, die zwischen 2017 und 2019 mehr als £5.000 gekauft oder gehandelt hatten.

Wer Daten nicht automatisch mit dem HMRC austauscht?

Dezentrale Krypto-Währungsbörsen wie Pancake Swap oder Uniswap nutzen zurzeit nicht das standardisierte KYC Verfahren und bewegen sich eher im nicht regulierten Raum.

Es erfolgt kein automatisierter Datenaustausch mit dem HMRC und Sie sind persönlich verantwortlich Ihre Gewinne zu deklarieren und zu versteuern.

Zu Beachten: Wenn Sie von einer dezentralen, nicht regulierten Krypto-Börse größere Beträge auf Ihr Bankkonto oder eine regulierte Krypto-Plattform überweisen, wird das HMRC informiert und Sie eventuell nach der Herkunft fragen.

Die Zukunft von Krypto-Währungen im UK

Die Behörden im UK hatten bereits in Verbindung mit dem Brexit angekündigt, in Bezug auf Krypto-Unternehmen, ähnlich wie die USA und Australien „tougher“ als die EU zu sein und alle Anbieter auf dem UK Markt rigoros zu überprüfen. Das proaktive Anfragen von Dienstleistern nach Kundendaten sowie die an Anleger versandten Briefe zeigen, dass die Steuerbehörden im UK genau hinsehen und sich hier eine Praxis verfestigt.

Für Krypto-Plattformen und Dienstleister ist der britische Markt allerdings bedeutend. Im UK ist die Zahl von Personen, die Krypto-Assets halten von 1,9 Millionen im Jahr 2019 auf 2,3 Millionen im Jahr 2020 angestiegen und wird weiter anwachsen.

Fazit – Kryptosteuern im UK

Für im Land wohnende Steuerpflichtige ist relativ klar vom HMRC geregelt, was wie versteuert werden muss. Sowohl das Mining als auch das Trading ist legal und digitale Währungen dürfen als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Als Wohnsitzland oder Firmensitzland für Krypto-Trader oder Miner ist das UK aber sicher nicht unter den Favoriten, es sei denn man betreibt Mining oder Handel nur in der Freizeit in kleinem Rahmen und innerhalb der steuerlichen Freibeträge.

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